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Direkte Antwort · Aus Station IV der Reise

Könnte es mehrere Götter geben?

Lesezeit ca. 4 Minuten

Zur Einordnung

Diese Antwort ist der zweite Teil von Station IV der Reise. Sie baut darauf auf, dass die Erste Ursache notwendig, unabhängig, ewig und allmächtig sein muss — das zeigt der erste Teil der Station. Warum daraus folgt, dass es nur einen einzigen Schöpfer geben kann, liest du hier Wort für Wort, wie es in der Reise steht.

Wort für Wort aus Kapitel IV

Könnte es mehrere Schöpfer geben?

Es gibt Menschen, die jetzt jedoch behaupten würden, dass es nicht nur einen sondern zwei oder mehrere Schöpfer geben könnte. Dies ist aber nicht logisch, wie folgend aufgezeigt werden soll.

Der Schöpfer muss notwendigerweise existieren und kann von nichts anderem abhängen. Gäbe es zwei oder mehrere Schöpfer, wären sie entweder:

  • genau gleich oder
  • in irgendeiner Weise unterschiedlich.

Sie können nicht genau gleich sein

Nehmen wir an, zwei Schöpfer wären in jeder Hinsicht genau gleich, gleiche Macht, gleicher Wille. Dann bräuchte es eindeutig nur einen von ihnen. Wenn sie also getrennt wären, müssen sie sich irgendwie unterscheiden.

Wenn sie unterschiedlich sind, muss einer unvollständig sein

Wenn sie jedoch unterschiedlich wären, wenn einer etwas hat, was der andere nicht hat, wie mehr Wissen oder mehr Macht, dann ist einer schwächer, unvollständig und bräuchte etwas, das er nicht besitzt. Damit wäre er abhängig und könnte nicht die Erste Ursache sein, denn die Erste Ursache muss absolut unabhängig und vollkommen sein. Damit kann die Erste Ursache nur ein einziger Schöpfer sein. Ein weiterer Schöpfer ist nicht logisch.

Wer würde beginnen?

Gedankenexperiment

Stell dir vor, zwei Freunde wollen zusammen ein Spiel wie Minecraft spielen, wo du deine eigene virtuelle Welt bauen kannst. Aber beide sagen: "Ich fange nur an zu bauen, wenn du als erstes baust." Dann würde die Welt nie entstehen, da keiner den ersten Schritt macht.

Jetzt stell dir vor, es bräuchte mehrere Schöpfer, um die Welt zu erschaffen. Entweder wartet jeder, bis der andere anfängt. Dann würde nichts passieren. Das kann aber nicht sein, denn unser Universum existiert und hat einen Anfang. Oder einer handelt allein und beginnt die Schöpfung. Dann ist nur dieser unabhängig und die anderen wären überflüssig.

Wer würde entscheiden?

Wenn zwei Schöpfer unterschiedliche Vorstellungen haben, beispielsweise der eine möchte, dass die Sterne hell leuchten, und der andere möchte, dass sie schwach leuchten. Wessen Vorstellung gewinnt dann? Nur einer kann entscheiden, was geschieht. In diesem Fall würde das bedeuten, dass einer stärker oder maßgeblicher ist, was wiederum zeigt, dass der andere abhängig und nicht notwendig ist.

Mehrere Schöpfer würden zu Chaos führen

Wenn wir unser Universum betrachten, offenbart sich eine atemberaubende Ordnung: Planeten bewegen sich in präzisen Bahnen, Naturgesetze wirken universell und unveränderlich, und das Leben selbst entsteht durch eine komplexe, in der DNA festgeschriebene Abfolge.

Wenn mehrere Schöpfer diese Dinge entworfen hätten, müssten wir dann nicht eher Chaos erwarten? Stell dir zwei Künstler vor, die dasselbe Bild malen, sich aber nicht über das Design einigen können. Der eine malt den Himmel blau, der andere rot. Der eine malt Bäume, der andere radiert sie wieder aus. Das Ergebnis? Ein Durcheinander.

Wenn das Universum viele Schöpfer mit unterschiedlichen Ideen hätte, würden wir ebenfalls Chaos erwarten, beispielsweise Planeten, die miteinander kollidieren, Naturgesetze, die sich von Ort zu Ort ändern, Leben, das zufällig entsteht und nicht richtig funktioniert.

Aber was sehen wir in Wirklichkeit? Wir sehen:

  • Die Sonne geht jeden Tag genau zur richtigen Zeit auf.
  • Die Erde befindet sich in einer perfekten Entfernung zur Sonne, sodass flüssiges Wasser existieren kann, eine Voraussetzung für Leben.
  • Die Planeten bewegen sich in stabilen Bahnen, ohne miteinander zu kollidieren, obwohl sie über Milliarden von Jahren hinweg durch den Weltraum rasen.
  • Der Durchmesser der Sonne ist etwa 400-mal größer als der des Mondes und die Sonne ist etwa 400-mal weiter von der Erde entfernt als der Mond, wodurch der Mond die Sonne bei einer Sonnenfinsternis verdeckt.
  • Die regelmäßige Abfolge von Frühling, Sommer, Herbst und Winter, die das Leben in Gleichgewicht hält und bewohnbar macht.
  • Die genaue Länge eines Tages, und der tägliche Wechsel von Tag und Nacht.

Diese Art von Ordnung und Harmonie lässt nur einen Schluss: Es muss einen Schöpfer geben, der alles erschaffen hat und alles erhält.

Selbst wenn sie sich einig sind, muss einer der Allmächtige sein

Jemand könnte sagen: “Vielleicht sind sich alle Schöpfer vollkommen einig. Alle arbeiten zusammen und sie streiten sich nie.” Selbst wenn dies wahr wäre, würde die Tatsache, dass sie sich einig sind, bedeuten, dass sie voneinander abhängig und unvollständig sind. Wenn beispielsweise zwei Schöpfer vereinbaren, die Macht gleichmäßig zu teilen, können sie nicht beide allmächtig sein.

Sie sind durch einander eingeschränkt, und eine wahre Erste Ursache kann nicht eingeschränkt sein. Sie darf nicht von etwas anderem abhängig sein, um zu existieren. Alle anderen Schöpfer wären von diesem einen abhängig, was bedeutet, dass sie nicht wirklich unabhängig wären. Daher könnten sie nicht die Erste Ursache sein und wären nicht notwendig.

Fazit

Die einzige logische Schlussfolgerung lautet damit: Es kann offensichtlich nur einen einzigen, allmächtigen und unabhängigen Schöpfer geben. Alles andere sind Schöpfungen.

Setze die Reise fort · Station V

Gibt es einen Text, der genau diesen Schöpfer beschreibt?

Das Ende der Reise — und vielleicht ein neuer Anfang.

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